Am 10. Juni eröffnet das Festival GOLDENER SPATZ in Gera und ist vom 10. bis 12. Juni in der UCI KINOWELT und vom 13. bis 16. Juni im CineStar Erfurt zu erleben. Das Festival ist das größte seiner Art in Deutschland und richtet sich mit seinen insgesamt 82 Veranstaltungen an Publikum und Fachleute. Mittlerweile hat sich der GOLDENE SPATZ zu dem Branchentreffpunkt für Kindermedien in Deutschland entwickelt. Das Festival bietet ein Forum für Vertreter der Film-, Fernseh- und Onlinebranche, Medienexperten, Pädagogen, Journalisten, Politiker und das Zielpublikum. Die große Preisverleihung der GOLDENEN SPATZEN findet am Freitag, 15. Juni 2018, im THEATER Erfurt statt.

    Eine Akkreditierung ist noch jederzeit während des Festivals am Gästecounter möglich. Weitere Informationen finden Sie unter www.goldenerspatz.de.

    Von Frank-Burkhard Habel

    Täuscht der Eindruck, oder war es in diesem Jahr an der Croisette in Cannes etwas leerer als sonst? Es könnte daran gelegen haben, dass gleichzeitig zu den dortigen Filmfestspielen am Rande des Zittauer Gebirges das 15. Neiße-Filmfestival (NFF) abgehalten wurde. Filmleute, die beide Festivals kennen, empfinden das NFF als das sympathischere. Leider aber können hier nicht so viele Geschäfte angebahnt werden, so dass die Hauptspielstätten in Zittau, Görlitz und Mittelherwigsdorf noch nicht überlaufen waren, wenn auch gut besucht. Herzstück und Keimzelle des NFF liegt im Kunstbauerkino in Großhennersdorf (in der Mitte zwischen Löbau und Zittau gelegen), wo Filmenthusiasten 2003 ein Filmfestival aus dem Boden stampften und es in Selbstausbeutung viele Jahre lang ehrenamtlich in jedem Mai der Region präsentierten. Die Idee dahinter war auch, den europäischen Gedanken zu stärken. Im Dreiländereck zeigen Spielstätten nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen und Tschechien die besten Filme junger Filmemacher, und auch junge Leute aus diesen Ländern arbeiten hier in Workshops zusammen.

    Kurz zuvor lief in Schwerin das Filmkunstfest MV über die Leinwände des Capitol – mit der 28. Ausgabe nun schon ein Oldie, der sich bei Profis und beim Publikum großer Beliebtheit erfreut. Einst ging es aus einem bis dahin in Bonn abgehaltenen Wettbewerb für unabhängige und Arthouse-Produktionen aus der BRD, Österreich und der Schweiz hervor. Bis heute bilden diese Filme den Schwerpunkt des Wettbewerbs, wobei inzwischen auch fremdsprachige Produktionen vertreten sind, wenn sie einen deutschen Koproduzenten haben.

    Von Karen Dohr

     

    Manchmal trifft man auf einen Film, der sich anfühlt, als hätte man die ganze Zeit auf diesen Film gewartet und wusste es aber nicht – bis man diesen Film dann endlich sieht.  So ging es mir mit „Sarah spielt einen Werwolf“ von Katharina Wyss, der gerade im Wettbewerb des ‚achtung berlin‘ läuft und auch schon in Venedig zu sehen war. Sarah, die Hauptfigur des Films, lebt in diesem ständigen Grenzbereich, den man Jungsein nennt. Es sind schattige Grauzonen zwischen Kind und Erwachsensein, zwischen Spiel und Realität und vielleicht auch einem Dritten, welches ihr schwer fällt zu benennen. Ihr Erleben spannt sich auf in einem dichten Netz aus Beziehungen – zu ihrer Familie, zu der Theatergruppe, in der sie spielt und zu den Texten, die sie schreibt und liest.  Es ist ein gewaltiges, intensives, gleichermaßen wildes wie formal starkes Portrait einer jungen Frau. Im Interview, das schnell zu einem wirklich schönen Gespräch ausuferte, spricht Katharina Wyss über ihren spezifischen Blick, die Entwicklung ihres Films und über das Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit.

     

    In der morgigen Trilog-Runde in Brüssel berät das paritätisch mit Mitgliedern der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament besetzte Treffen unter anderem über die Ausweitung des Ursprungslandprinzips. In einer heute erschienenen Pressemitteilung wendet sich die Produzentenallianz direkt an die Teilnehmenden dieser Runde und warnt vor verheerenden Folgen für die europäische Filmindustrie, sollte in der sogenannten SatCab-Verordnung tatsächlich festgelegt werden, dass Sender für ein EU-weites Angebot ihrer Online-Dienste nur urheberrechtliche Nutzungsrechte für das Ausgangsland erwerben müssten.

     

    Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz, sagt dazu: 

    „Die vorliegenden Vorschläge der Kommission sind ein fatales Signal für die Filmschaffenden in Deutschland und Europa. Würden sie umgesetzt, käme dies einer existenziellen Gefährdung der Filmwirtschaft gleich.

    Von Karen Dohr

     

    Alles wie immer auf der 68. Ausgabe der Berlinale? Oder passiert was in Film-Deutschland? Und wenn ja, wann und unter welcher Regie?

    Solche und andere Fragen diskutierten die Vereinsmitglieder am Montag, den 19. März, in der Kantine der Weydingerstraße. In bunt gemischter Runde, zwischen langjährigen Mitgliedern und Nachwuchs, arbeiteten sich spannende Positionen zum diesjährigen Berlinale-Treiben heraus. Während gleich zu Anfang deutlich wurde, dass der Wettbewerb die Mitglieder im Vergleich zu vergangenen Jahren enttäuscht hatte, ließ sich schwerer verorten, woher dieser Eindruck stammte. Mehr Qualität, weniger Mittelmaß lautete hier die Kritik. Die einen lasteten dies vor allem dem Festivaldirektor und seinem Team an, die anderen folgten dem Argument, dass nur das kuratiert werden könne, was auch da sei, und nahmen die Produktionsmechanismen selbst in den Blick, die noch vor jeder Auswahl stünden.

    Ich habe bislang fünf Dokumentationen auf der Berlinale gesehen, von denen die meisten gut bis ziemlich gut waren (von der ein oder anderen werden wir sicher noch berichten).

    Dann sah ich The Silence of Others von Almudena Carracedo und Robert Bahar und bin mir sicher: Das ist von allen Dokumentarfilmen der Berlinale der stärkste, es sei denn, es käme noch einer von der Qualität des Meilensteins The Look of Silence von 2015 (die Namen sind ja voll ähnlich!), was ich angesichts des Programmes wirklich nicht erwarte.

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