Das renommierte 28. Deutsche Kinder Medien Festival Goldener Spatz hatte es in seinem 41. Jahr nicht leicht. Dennoch konnte das Festival ab dem 20. September physisch stattfinden. Zusätzlich wurde erstmals auch ein Online-Programm einem deutschlandweiten Publikum präsentiert.  Mit der Verleihung der GOLDENEN SPATZEN im CineStar Kino Erfurt fand das Festival am Freitag, 25. September, seinen Höhepunkt. Durch den Festakt  führte der Schauspieler und Moderator Daniele Rizzo.

    6 der 7 GOLDENEN SPATZEN wurden durch die Kinderjury Kino TV vergeben, in der 24 Mädchen und Jungen zwischen 9 und 13 Jahren aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland mitgewirkt haben. Ein weiterer SPATZ wurde von der Kinderjury Digital vergeben, in der fünf Kinder zwischen 10 und 12 Jahren den Preis in der Kategorie bestes digitales Angebot zum Thema „Gute Geschichten“ kürten.

     

    Die Preisträger 2020:

    Von Frank-Burkhard Habel

    Wie wir jetzt erfahren, ist unser ehemaliges Mitglied, der Regisseur Fred Noczynski, am 16. Juni im 81. Lebensjahr gestorben. Fred hatte nach einer Fotografenausbildung zunächst an der Berliner Musikhochschule studiert und auch als Musikredakteur für Kino- und Fernsehfilme gearbeitet. Nach seinem Regiestudium an der HFF Potsdam-Babelsberg wurde er Kinderfilmregisseur beim Fernsehen der DDR. In seinem ersten Fernsehspiel „Die Dienstfahrt“ von 1968 spielten Dieter Bellmann und Sigrid Göhler die Hauptrollen. Es folgten Jahre als Regieassistent, ehe er zu Weihnachten 1972 das Fernsehspiel „Bach in Arnstadt“ mit dem musikalisch begabten Wolfgang Hosfeld in der Titelrolle herausbrachte – als Co-Regisseur des Schauspielers Uwe-Detlef Jessen. Von jetzt an inszenierte Fred Noczynski kontinuierlich bis 1990/91, als sein letzter Film im Fernsehfunk erschien. „Die Sprache der Vögel“ war ein sensibler, zu Herzen gehender Film über einen Jungen, der mit dem Tod des geliebten Großvaters umgehen muss. Den spielte eindrucksvoll Kurt Böwe. Ein Film über den Tod als Hohelied auf das Leben. Das ist Fred Noczynski gelungen.

     

    Von Jegor Jublimov

    Ein Filmproduzent ist ein Ermöglicher. Er schafft die Bedingungen, dass die Filmemacher störungsfrei arbeiten können. Heutzutage ist dazu das Wichtigste,dass er die Finanzierung zusammenbekommt. Dieser Aspekt stand nicht so im Vordergrund, als Klaus Schmutzer, der am 5. September 70 wurde, in den siebziger Jahren an der HFF in Babelsberg Produktion studierte.

    Er hat eine ganze Weile im Hintergrund gearbeitet, wirkte in der Direktion der Filmfestivals in der DDR, gründete mit anderen beispielsweise das Neubrandenburger Dokumentarfilmfestival (dem Vorgänger der heutigen dokART). Er hatte Funktionen in dem damals riesigen Verband der Film- und Fernsehschaffenden der DDR und leitet bis heute die Geschäfte des Berliner Film- und Fernsehverbands, und das ehrenamtlich!

    Dass er sich traute, in den neunziger Jahren seine eigene Firma à jour-Film zu gründen, ist ein Glücksfall. Er ermöglichte aufregende Dokumentarfilme, beispielsweise von Andreas Voigt „Glaube, Liebe, Hoffnung“, und Spielfilme, wie Jutta Brückners „Hitlerkantate“ mit Hilmar Thate in seiner letzten Filmrolle. Auch sorgte er dafür, dass es 2012 genügend „Sushi in Suhl“ gab (mit Uwe Steimle).

    Vor allem aber ist es ihm zu verdanken, dass die Langzeitdokumentation über die einstigen Kinder von Golzow von Winfried und Barbara Junge mit einer Reihe von Filmen fortgesetzt werden konnte. Er wird gebraucht, und darum wird er sich auch noch nicht zur Ruhe setzen.

    achtung Berlin Festival vom 16.-20 September in einer 'light edition'

    Das achtung berlin Filmfestival findet vom 16.-20 September statt und geht wieder in die Kinos. Statt im April nun im September, und verkürzt,wird es dennoch vor Ort stattfinden, und zwar in einer 'light version':
    Mit weniger Vorstellungen, weniger Veranstaltungen und ohne Parties, aber mit Premieren, Filmgesprächen und Paneldiskussionen. Die diesjährigen Festivalkinos in Berlin sind Babylon, City Kino Wedding, ACUDKino, fsk - Kino am Oranienplatz, Wolf Kino, Lichtblick-Kino, Kino & Bar in der Königstadt.  

    Vom 20. bis 26. September findet das 28. Deutsche Kinder Medien Festival Goldener Spatz in kleinerem Rahmen in Gera & Erfurt sowie erstmals auch im digitalen Raum statt. Der Fokus liegt in diesem Jahr darauf, das Festival hauptsächlich für das junge Publikum auszurichten. Deshalb werden vor Ort in Gera Filmvorführungen für Kinder und Jugendliche sowie die Sichtungen der Wettbewerbsbeiträge durch die Kinderjury angeboten.
     
    Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten in den Kinos, können derzeit keine regulären Fachbesucher-Akkreditierungen ausgegeben werden. Dafür gibt es nun die Möglichkeit, das Festivalprogramm online zu erleben. Für interessierte Fachbesucher*innen wird eine Akkreditierung für das Online-Festival für 9,99 € angeboten. Unter folgendem Link kann man sich ab sofort bis 16. September akkreditieren – LINK.
     

    Nachdem der Prozess zur Novellierung des Filmfördergesetzes (FFG) bereits weit fortgeschritten war, hat ihn die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) mit Verweis auf Corona nun verschoben. Stattdessen soll das bestehende Gesetz mit minimalen Korrekturen bestehen bleiben. Wegen der Bundestagswahl hieße das: Erst 2024 kann ein novelliertes Gesetz in Kraft treten.

    In Antwort darauf hat der Verband der deutschen Filmkritik VDFK zusammen mit sechs weiteren Verbänden und Initiativen achtzehn dringende Fragen formuliert und in einer Pressemitteilung vom 18.08.2020 an die BKM gerichtet.

    Der BFFV schließt sich diesen Fragen an und verweist dafür auf die Pressemitteilung des VDFK. Einige der Fragen werden hier auszugsweise aufgeführt.

    von Karen Dohr

    Es ist eine Eigenart der Internet-Suchmaschinen, dass man mit großer Tendenz immer nur das dort findet, was man schon kennt und nur selten auf etwas stößt, das man nicht gesucht hat. Ähnliches gilt auch, wenn man im Internet auf den einschlägigen Streaming-Portalen nach dem Film des Abends sucht. Dabei kommt irgendwann die Frage auf, welche Art von Zuschauer das Kino erzeugt hat und welche Zuschauer durch das Internet produziert werden.

    Eine mögliche Antwort sähe so aus: Die erste halbe Stunde auf dem Streaming-Portal ist man damit beschäftigt unter der riesigen Auswahl genau das zu suchen, was man will. Gar nicht so leicht, wenn der Algorithmus Filme vorschlägt, die man sowieso schon kennt - oder ihre schlechten Kopien. Die zweite halbe Stunde tippt man dann Filmnamen in die Suchzeile. Aufregende, spannende, eigenartige oder alte Filme, die schon lange auf der Liste stehen - und die das einschlägige Streaming-Portal dann trotzdem nicht im Angebot hat.

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