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E I N L A D U N G

 

Die Mannschaft ist der Star
– TURBINE POTSDAM –

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nach fünf Jahren intensiver Filmarbeit können wir nun unsere Film über die Frauenfußballmannschaft von Turbine Potsdam vorstellen.

 

„Im Mai 2012, als die Mannschaft von Bernd Schröder zum vierten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft feiern konnte, blickte der Klub zugleich auf eine mehr als 40-jährige Geschichte des Frauenfußballs in Potsdam zurück. Hier startet die filmische Begleitung. Im Zentrum des Films steht die Philosophie des Klubs, geprägt durch den Meistertrainer Bernd Schröder. Der Kern dieser Philosophie ist eine tiefe humanistische Ethik der Tat: dass man sein Wort hält, Regeln achtet und den Anderen respektiert.

Die Dokumentation erzählt eine vielschichtige, komplexe Story aus verschiedenen Blickwinkeln und vermittelt so ein Gesamtbild von Turbine Potsdam. Der Zuschauer lernt nicht nur die Spielerinnen besser kennen, sondern erfährt Einiges aus dem Betreuerumfeld, einem Netzwerk engagierter Menschen, er nimmt Geschehenes hinter den Kabinentüren wahr. Jeder typisierende Pinselstrich des Regisseurs zeigt den familiären Rahmen des Vereins und erzeugt ein Wohlbefinden beim Publikum. Hervorzuheben sind die geschickt verwobenen Anekdoten mit den Spielerinnen (Christiane, Anonma) aus fremden Kontinenten.“

Dies schrieb der Publizist Bernd Henke zu unserem Film.
Der Regisseur Torsten Lüders und ich laden euch ein
am

 

Donnerstag, 26.10.2017 um 20.00 Uhr
Kino TONI
Antonplatz / Max-Steinke-Str. 43
13086 Berlin

Als nächsten Termin kann ich ankündigen:

Mittwoch, 13.12.2017 um 19.00 Uhr
Filmmuseum Potsdam

Herzlichen Gruß
Torsten Lüders und Klaus Schmutzer

 

 


 

 

Abschied von Ehrentraud Novotny (1926-2017)

An einem schönen Sommertag nahmen Ende Juli auf dem Kirchhof des kleinen Ortes Birkholz bei Bernau Familie, Freunde und Kollegen Abschied von der Filmpublizistin Ehrentraud Novotny.
Obwohl seit Jahrzehnten im Beruf tätig, trat die Journalistin erst mit über 70 Jahren dem BFFV bei, kam zu unseren Veranstaltungen und Sitzungen und diskutierte über Filme, gab ihr Wissen gern an die Jüngeren weiter. Ihr Fachgebiet war der Kinderfilm, über den sie vor allem seit den sechziger Jahren u.a. in der Berliner Zeitung schrieb. Dabei nahm sie kein Blatt vor den Mund, plädierte für phantasievolles Erzählen ohne Didaktik. So schrieb sie 1971 im Filmspiegel über Walter Becks „Dornröschen“: „Stellenweise wird allerdings in diesem Film ein bißchen deutlich mit erhobenem Zeigefinger gearbeitet: Bemerkt ihr auch, welche Lehre daraus zu ziehen ist? Man traut, wie es scheint, der künstlerischen Überzeugungskraft nicht. So wurde in Bezug auf den König wieder und wieder betont, daß ihm alle Reichtümer des Landes allein gehören, daß das Volk in Armut, Hunger und Not geraten sei, während der eitle König satt war. Dialoge und Erzählertexte hätten etwas mehr Brillanz vertragen.“
Ehrentraud konnte aber, wo angebracht, auch rückhaltlos loben, wie 1976 in der Berliner Zeitung bei Hannelore Unterbergs originellem Debüt „Konzert für Bratpfanne und Orchester“: „Das quillt über von Einfällen, der Trick (…) ist nicht nur technisch einwandfrei, er bringt auch Witz und Charme in die Spielhandlung mit ein. Die Kamera Wolfgang Braumanns findet unendlich viele abwechslungsreiche und beredte Einstellungen, um die Kinder individuell zu charakterisieren. Der Regisseurin gelingt es, die Kleinen zu ungehemmten Gefühlsäußerungen zu animieren.“
Besonders engagierte sich Ehrentraud für das Kinderfilm-Festival „Goldener Spatz“, aber auch andere Genres waren ihr nicht fremd. Sie schrieb 1976 das erste Buch über den damaligen DDR-Superstar Gojko Mitic und seine Indianerfilme.
Ehrentraud war engagiert und liebevoll. Sie ging auf Menschen zu und knüpfte neue Freundschaften. Zu ihrem Naturell gehörte auch, dass sie ihre beginnende Altersdemenz selbst feststellte und sich auch öffentlich dazu äußerte, um andere zu sensibilisieren. Sie wurde 91, aber in der Erinnerung bleibt sie viel jünger.
Frank-Burkhard Habel

 

 

Pressemitteilung vom 14. Juni 2017

 

Ausschreibung Siegfried Kracauer Preis 2017 – Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein neuer Partner 

 

Der Verband der deutschen Filmkritik (VdFK), die MFG Filmförderung Baden-Württemberg und die Film- und Medienstiftung NRW schreiben erstmals den insgesamt mit 15.000 Euro dotierten Preis für Filmkritik zusammen mit dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein aus, das als zusätzlicher Preispartner gewonnen werden konnte.

Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung wird im Rahmen der Preisverleihung des Festivals am 16. September 2017 in Ludwigshafen verliehen.

Ab sofort können sich Autorinnen und Autoren um zwei Auszeichnungen bewerben: den mit 3.000 Euro dotierten Preis für die Beste Filmkritik und um ein einjähriges Stipendium. Dieses Stipendium ist mit 12.000 Euro dotiert und eröffnet der Stipendiatin oder dem Stipendiaten die Möglichkeit, sich in dieser Zeit umfassenden Recherchen für eine Essay-Reihe zum Thema „Zukunft des Kinos“ zu widmen. Das Stipendium wird eine mehrteilige Essayreihe sowie das regelmäßige Schreiben eines Blogs ermöglichen.

Medienpartner für die Publikation der im Rahmen des Stipendiums verfassten Texte ist wieder das renommierte Filmmagazin „FILMDIENST“, das die Essayreihe im neuen Webauftritt www.filmdienst.de veröffentlichen wird. Zusätzlich ist ein eigener Blog eingerichtet.

Bewerbungsschluss ist der 14. Juli 2017 (Eingang beim VdFK). Eine unabhängige Jury, die gemeinsam von den Preispartnern berufen wird, bewertet die eingereichten Bewerbungen für die Kategorie Beste Filmkritik des Jahres 2017, die sie in anonymisierter Form vorgelegt bekommt.

Mit der Verleihung des Siegfried Kracauer Preises verbinden die Preisstifter die Stärkung der Rolle der Kritik in der deutschen Film-, Kino- und Medienlandschaft als einen wichtigen Faktor, um Positionen zu den zukünftigen Herausforderungen bei der Rezeption von Film zu finden. Denn die mediale Präsenz und journalistische Rezension von Filmen schafft jene Öffentlichkeit, die Voraussetzung dafür ist, die Filmtheater als Ort der Unterhaltung und der Kultur zu bewahren und die audiovisuellen Medien nicht nur sich selbst und der Ökonomie zu überlassen. Zudem liefert die Filmkritik Orientierung wie auch Interpretationsansätze und unterstützt die Einordnung in den gesellschaftlichen Rahmen.

Unter der Internetseite www.siegfried-kracauer-preis.de stehen weitere Informationen zur Verfügung.

 

 

Filmpremiere:

 

DIE MANNSCHAFT IST DER STAR – TURBINE POTSDAM

Dokumentarfilm / 90 Minuten / Farbe

Regie: Torsten Lüders

Produktion: à jour Film- & Fernsehproduktion, Klaus Schmutzer

am Sonntag, den 28. Mai 2017 um 11.00 Uhr

im Filmtheater THALIA

Rudolf Breitscheid Str. 50
14482 Potsdam-Babelsberg

Kartenbestellung unter 0331 – 74 370 20

Turbine


Seit Jahren gehört der Potsdamer Frauenfußball-Klub „Turbine“ zur deutschen und europäischen Spitze. Weltweit genießt der Verein den Ruf einer unvergleichlichen Talent-Schmiede.

Der Anfang klingt wie eine Posse: Vor 45 Jahren fing alles mit der Schnapsidee zur Gründung einer Frauenfußballmannschaft und dem anschließenden Aufruf an der Betriebswandzeitung des VEB Energieversorgung Potsdam an. Keiner der Beteiligten von damals ahnte die schicksalhafte und zufällige Verkettung und deren weitreichenden Folgen, die bis zu dem Gewinn der Champions League im Frauenfußball führen sollte.

Bernd Schröder, der couragierte Cheftrainer von Turbine Potsdam, war von Anfang an dabei.
1971 leitete er die erste Übungseinheit der Fußball-Frauen. Nach 45 Jahren übergab er sein Amt an Matthias Rudolph.

Die Grundlage des Turbine-Klubs bildet ein funktionierendes Nachwuchskonzept in Verbindung mit einem Dual-System, welches Sport und Beruf aufeinander abstimmt. In den letzten Jahren sind 28 Turbine Spielerinnen zur Nationalmannschaft berufen worden.

Im Zentrum des Films steht die Philosophie des Klubs. Um diese greifen zu können, wird es Rückbezüge zu den Anfängen der Vereinsentwicklung geben.

 

 


 

Ehren-Lola

für Monika Schindler

Die Filmeditorin Monika Schindler, Mitglied des Berliner Film- und Fernsehverbands und ehemals langjähriges Vorstandsmitglied, wurde bei der diesjährigen Verleihung des Deutschen Filmpreises mit dem „Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den Deutschen Film“ ausgezeichnet.

Herzlichen Glückwunsch, Monika! Und: Weiter so!

Das Interview

Der Atem der Bilder

mit Monika findet ihr hier.


BERLINALE-NACHLESE 2017

Lebhafte Diskussion in der Kantine

In der Kantine des Karl-Liebknecht-Hauses fand am Donnerstag, dem 2. März 2017 eine lebhafte Diskussion über die Tops und Flops der diesjährigen Berlinale statt. Moderiert haben der Filmwissenschaftler F.B. Habel und der Nachwuchskritiker Sven Angene. Die Diskussion wurde von Leidenschaft für den Film und Kenntnisreichtum getragen. Ein Verbandsmitglied hatte sogar 56 Filme mit seiner Verbandsakkreditierung sehen können. Renommierte FilmkritikerInnen wie Margit Voss, die die Berlinale seit Jahrzehnten im Fokus haben, trafen auf ganz junge Mitglieder unseres Verbandes, die unter dem  Titel „4Kinder und ein Feldbett“ sehr ernsthaft einen eigenen Blog für Filmkritik betreiben. Die Sache mit dem Feldbett war durchaus ernst gemeint, da die jungen Kritiker dieses während der Berlinale immer dabei hatten, um wenigstens hin und wieder etwas Schlaf zu bekommen. Ihr Arbeitstag begann pünktlich morgens um sieben in der „Akkreditiertenschlange“ und endete vielfach erst nach Mitternacht. Leider gestattete die Berlinale irgendwann das Aufstellen des Feldbettes im Foyer nicht mehr. Der Sinn der Berlinalemacher für pointierte Aktionen und Risiken jeder Art hat seine Grenzen. Dennoch haben sich die Nachwuchskritiker fundierte Meinungen bilden können, da sie in allen Sektionen tatsächlich viele Filme gesehen haben. So konnten wir auf der Berlinale-Nachlese unseres Verbandes systematisch über alles Sektionen diskutieren.

Hat die ungewöhnliche Liebesgeschichte On Body and Soul der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi zu Recht den Goldenen Bären bekommen? Hätte man den Silbernen Bären anstatt für den besten Schnitt nicht lieber für die beste Kamera an Jolanta Dylewska für den sensationellen Anfang von Pokot vergeben sollen? Wäre der bessere Eröffnungsfilm nicht doch In Zeiten des abnehmenden Lichts von Matti Geschonnek nach einem Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase gewesen? Warum gab es so viele langweilige Filme auf dieser Berlinale?

Als schlechtester Film wurde in diesem Jahr eindeutig Tiger Girl gekürt, in dem Regisseur Jakob Lass dem Improvisationsprinzip seines erfolgreichen Debüts Love Steaks folgt. Wieder entspann sich eine interessante Diskussion zwischen erfahrenen Filmleuten, wie dem Regisseur Gunter Friedrich, und der jüngeren Generation über sinnlose Gewalt, Figurenzeichnung, Dramaturgie und den Wert eines Drehbuches.

Über eines waren sich alt und jung in diesem Raum einig: Die Filme auf dieser Berlinale verharrten im Privaten und langweilten das Publikum zu großen Teilen. Außerdem gab es keine politischen Filme auf der Berlinale 2017 und wenn, dann liefen sie nicht im Wettbewerb. Der vielleicht wichtigste Film, auch darüber herrschte Einigkeit, lief im Panorama und bekam keinen Preis. Es war das Kammerspiel Insyriated des Regisseurs Philippe Van Leeuw, eine belgisch, französisch, libanesische Koproduktion über eine Familie, die im syrischenen Bürgerkrieg verzweifelt versucht den Alltag in ihren vier Wänden aufrecht zu erhalten.

Beate Fichtner

 

 

 

 


 

Programmkino-Studie 2015 

Die Programmkinos in Deutschland haben im Jahre 2015 – im Gegensatz zu den herkömmlichen Kinos – weniger Besucher als im Jahr davor erreicht. Insgesamt lösten 15,6 Mio. Kinobesucher eine Karte für einen Arthousefilm, knapp 650.000 weniger als ein Jahr zuvor. Mit einem Gesamtumsatz von 111,9 Mio. Euro verbuchten die Programmkinos zwischen Januar und Dezember 2015 rund 1,5 Mio. Euro weniger durch den Ticketverkauf als im Jahr davor (113,4 Mio. Euro).

hier geht’s zur Studie

 

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Redaktionsschluss dieser Ausgabe (234): 24.10.2016

Redaktionsschluss für Ausgabe 235: 10.01.2017

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