Man stelle sich vor: Mehrere Bewohner eines Viertels zahlten regelmäßig einen kleinen Geldbetrag in einen Topf. Danach würde gemeinsam entschieden, wem davon etwas als erstes zukommen soll. Finanzen würden nach Notwendigkeit verteilt, Kinder lernten dieses System von den älteren Generationen und wüchsen mit dem Verständnis auf, dass Geld eine gemeinsame Angelegenheit ist…

    In Rod El Farag, einem der ärmsten Stadtteile Kairos, wird dieses System schon seit einigen Jahren in finanziellen Gemeinschaften, den sogenannten „al Gami’yas“ gelebt. Das Viertel sieht sich selbst als große Familie. Jeder Einzelne trägt die Verantwortung für den Anderen mit.

    Wie…, es gibt animierte Kinderfilme abseits von Disney und Pixar? Ja, offenbar schon, und zwar aus Dänemark, das schon lange für seine großzügige Förderung von heimischen Kinderfilmen gerühmt wird, die dort übrigens auch einen Großteil des Kinomarktes dominieren (das hat mir ein Vorstandsmitglied des Berliner Film und Fernsehverbandes so gesteckt, liebe Grüße an der Stelle). Den utrolige historie om den kæmpestore pære – Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne von Philip Einstein Lipski, Amalie Næsby Fick und Jørgen Lerdam  ist genau so ein Film.

    Eine Führung durch die Haupthalle des Tempelhofer Flughafengebäudes. Eine Gruppe Besucher hört aufmerksam zu, während die Reiseführerin über Entstehung und Geschichte des THF’s spricht. Ob sie an späterer Stelle auch auf die sich nur einige Meter weiter befindenden Flüchtlingsunterkünfte eingeht, bleibt offen. Auf alle Fälle wird schon jetzt klar, dass sich hier unterschiedliche Welten begegnen. Ist ja schließlich auch ein Flughafen…

    Ibrahim erzählt, dass viele der Neuankömmlinge geschockt seien, wenn sie Tempelhof zum ersten mal sehen. Die Flughafenkulisse, mit Flugzeugrelikten und Gepäckkontrollen schüre einfach Deportationsängste. Leicht nachvollziehbar, wenn man weniger Nachvollziehbares auf seiner Flucht durchgemacht hat und Erlebtes schlichtweg hinter sich lassen möchte.

    Von Ulrike Schirm

    Zurück im Kalten Krieg. Die bösen Russen agieren gegen die hehren Amerikaner. Jennifer Lawrence spielt Dominika, eine knallharte russische Agentin. In der Premierennacht wird der Primaballerina am Bolschoi Theater das Bein gebrochen. Damit ist ihre Karriere als Tänzerin zerstört. Da die Führung des Hauses die Pflegekosten und die Unterkunft für sie und ihre kranke Mutter bezahlt hat ist sie gezwungen, sich um etwas anderes zu kümmern. Ihr Onkel Wanja (Matthias Schoenaerts), der zur Führungsspitze des russischen Geheimdiensts SWR gehört, schlägt ihr vor, sie zur „Spatzen-Schule“ zu schicken (nicht ganz uneigennützig), um die hohe Kunst der Verführung zu lernen, die man braucht, um eine ausgezeichnete Agentin im harten Alltag der Spionage zu werden. Dominika ahnt, dass sie keine andere Wahl hat und lässt sich darauf ein, ein „Red Sparrow“ zu werden.

    „Robert, ich schreibe am Montag Abitur! In Philosophiee [sic]!“ herrscht Elena (Julia Zange) ihren Zwillingsbruder Robert (Josef Mattes) an und liefert dem Publikum damit eine ungelenke Exposition. So wird also das „Philosophieren“ gerechtfertigt, das uns Philip Grönings Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot aufbürdet und das in einen wohl als erschütternd beabsichtigten Gewaltexzess mündet. Dieses späte Schreien, Schießen und Ficken gerät aber ebenso ermüdend, wie das ihm vorangehende Gelaber und Gehabe geschwollen und oberflächlich ist. Man würde es gerne dabei belassen und nicht noch mehr Zeit auf diesen ach so bedeutungsschwangeren und selbstgefälligen Film verwenden, nachdem man an ihn schon drei Stunden und eine Menge Lebenslust verloren hat. Gerade die prätentiösesten Filme ziehen sich aber auf das gute alte „vielleicht ist dir das eben zu hoch“-Argument zurück, um solche zugegebenermaßen destruktive Kritik an sich abgleiten zu lassen. Es braucht also noch ein paar Zeilen mehr.

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