Von Janosch Angene

    Filme über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gab es in den letzten Jahren ja schon einige. Nicht, dass das etwas Schlechtes wäre, im Gegenteil. Während Spotlight aber sehr nah an den außenstehenden Journalisten dranblieb, die die Missbrauchsfälle aufdeckten, und der exzellente El Club aus dem Jahr 2015 die Sicht straffälliger Priester erzählt, gibt François Ozon in Grâce à Dieu den Opfern von Missbrauch eine Stimme. Auch die Erzählstruktur und der Ton des Films hebt sich deutlich von vermeintlich vergleichbaren Filmen ab.

    Von Sven Angene

    Systemsprenger von Nora Fingscheidt ist ein Film, der sich viel Zeit nimmt, um auf den ersten Blick recht wenig zu erzählen. Ziemlich genau zwei Stunden lang beleuchtet er das Leben der titelgebenden ‚Systemsprengerin‘ Benni (Helena Zengel), einem neunjährigen Mädchen, das von Heim zu Heim und Erziehungsmaßnahme zu Erziehungsmaßnahme gebracht wird, nur um jedes Mal aufs Neue kurz darauf gewaltsam auszubrechen. Dabei wiederholt der Film beständig die zirkuläre Abfolge von Aggression zu Erschöpfung zu aufkeimender Hoffnung zu erneuter Aggression. Dieser gebetsmühlenartige Eskalationszyklus ist anstrengend und aufreibend anzuschauen, aber notwendig. Denn in der Wiederholung entfaltet Bennis Geschichte eine emotionale Schlagkraft, die es in sich hat.

    Aber nochmal auf Anfang (den es in einer Kreisbahn und dementsprechend auch im Film ja nicht so richtig geben kann):

    Von Constantin Hühn

     

    Das Motiv ist offensichtlich: ‚Freundliche Fremde‘ – welch besseres Motto in Zeiten wachsender Xenophobie. Über einen platten Aufruf, nett zu sein, kommt der Film von Lone Scherfig allerdings leider nicht hinaus. Dafür ist er so weichgespült, dass es weh tut.

    Dass und warum man von Eröffnungsfilmen nie viel erwarten sollte, hat ja Janosch bereits in seinem Beitrag aus Göteborg ausgeführt. Das hält mich allerdings nicht davon ab, immer wieder ins Staunen zu geraten, angesichts der wiederkehrenden Fehlgriffe eines Festivals wie der Berlinale, das den dezidierten Anspruch hat, ein politisches und kritisches Programm zu machen.

     

    Kino-Start: 17.01.2019

    Von Ulrike Schirm

    Es ist eins der Bilder, die man so schnell nicht vergisst. Zain, ein etwa 12-jähriger, schmächtiger Junge, zieht ein Baby im Armenviertel von Beirut hinter sich her. Es sitzt in einem Topf, befestigt auf einem alten Surfbrett. Sie sind auf der Suche nach Nahrung, nachdem die Mutter des Kindes schon seit einigen Tagen nicht mehr nach Hause gekommen ist. Niemand weiss, wo die Frau geblieben ist.

    Zain kann sein Alter nicht angeben, da seine Eltern das Geld für die Registrierung ihrer Kinder nicht haben und er somit offiziell gar nicht existiert. Der zarte Junge schuftet für Assad, der der armen Familie eine Bruchbude vermietet hat. Als Zain mitbekommt, dass seine geliebte 11-jährige Schwester Sahar an Assad verschachert werden soll, rastet er aus. Mit allen Mitteln versucht er, seine Schwester vor Assad zu beschützen.

    Von Ulrike Schirm.

    Morgenstund hat Gold im Mund…..In aller frühe klingelt das Telefon bei dem Ehepaar Joan (Glenn Close) und ihrem Ehemann Joe Castleman (Jonathan Price).

    Die Stimme am Telefon verkündet, dass er den Nobelpreis für Literatur in Stockholm verliehen bekommt. Joe`s Traum geht in Erfüllung.

    Ausgelassen hüpfen die Eheleute in ihrem Bett auf und ab. Freudigst machen sie sich in Begleitung ihres Sohnes David (Max Irons) aus ihrer Heimatstadt Connecticut auf den Weg in die schwedische Hauptstadt. Das dieser Anruf ihr Leben nachhaltig verändern wird, ahnen sie nicht.

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